Brand-Erbisdorf

Durch die Geschichte der Menschheit geht wie eine geheimnisvolle alte Sage das Wissen von den Schätzen, die im Schoße der Erde ruhen: die Kunde vom Bergbau und von den Bergleuten, die in die Tiefen eindringen, um verborgene Reichtümer zu entdecken und ans Tageslicht zu fördern.

Die älteste Geschichte des Bergbaus und der Bergleute ist in tiefes Dunkel gehüllt und läuft aus dem unbekannten Fernen heraus Hand in Hand mit dem Erkennen und dem Wert der Bodenschätze und ihrer Verwendung im Leben der Menschheit. Zunächst werden es wohl die zur Anfertigung der Geschirre (Krüge, Töpfe, Urnen und Herdplatten) erforderlichen tonigen Erdarten gewesen sein, die den Menschen vor die Notwendigkeit stellten, sich in die Klüfte der Erde hineinzuwagen. Da an der Erdoberfläche die erforderliche Menge an Feuer- und Flintsteinen für die Herstellung von gebräuchlichen Werkzeugen, Geräten und Waffen nicht vorhanden waren, war der Mensch gezwungen, in unterirdischen Stolln und Bauen nach diesen zu suchen.

Die Bergleute und Werkleute jener Zeit verstanden es bald meisterhaft, die harten Steine zu brauchbaren Werkzeugen, zu Äxten und Messern zu behauen.

Vorgeschichtliche bergmännische Handwerkzeuge (Gezähe)
Gezähe aus Altungen der Grube Karoline bei Sulzbach (gefunden bis zu einer Teufe von 87 m)

Die Erträgnisse dieses alten Bergbaues waren ein sehr begehrtes Tauschmittel und wanderten von Stamm zu Stamm. Mit der höheren Entwicklung der menschlichen Gesellschaft aus dem Daseinbedürfnissen der Steinzeit und Bronzezeit wurde der Bergbau zu einem der wesentlichen Faktoren, der die Kenntnis und Anwendung von Zinn und Kupfer voraussetzte.

Roter und schwarzer Granit

Die Geschichte des Bergbaus beginnt jedoch mit jener Periode, als der Gebrauch verwendbarer Steine und die an der Erdoberfläche aufgefundenen brauchbaren Metalle schon im Menschenvolke Tradition geworden war. Wir können weder in Deutschland noch in anderen europäischen Ländern von einem ausgesprochenen Silberbergbau sprechen. Obwohl das Silber auch bei uns ab und zu gediegen (in Klumpen) vorkommt, so wird es doch in der Regel aus Blei- oder Kupfererzen gewonnen.
Die berühmtesten Silbergruben Deutschlands sind Freiberg in Sachsen und im Oberharz. In Freiberg blühte besonders im Mittelalter der Bergbau. Von Freiberg aus wurde das sächsisch-böhmische Erzgebirge nach allen Richtungen durchsucht und mancher Bergbau gegründet.

Silber auf Quarz
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