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UNESCO-Welterbe-Projekt „Montanregion Erzgebirge“

Aktueller Stand



erzgebirgisch - Das Lebensgefühl wird Welterbe



1. Am Welterbe-Projekt beteiligte Landkreise, Städte u. Gemeinden


Insgesamt drei Landkreise sowie 35 Städte und Gemeinden haben sich seit 2011 über einen öffentlich-rechtlichen Vertrag zum UNESCO-Welterbe-Projekt „Montanregion Erzgebirge“ zusammengeschlossen und die Trägerschaft und Finanzierung für die Beantragung des UNESCO-Welterbetitels übernommen. Die gesetzlichen Vertreter der Landkreise und Kommunen bilden den Welterbekonvent Erzgebirge, der als Entscheidungsträger fungiert.


2. Stand der Antragseinreichung und Zeitplan bis zur Entscheidung

Der fertiggestellte Welterbeantrag wurde am 20. Januar 2014 in Dresden unterzeichnet und anschließend an das Welterbezentrum der UNESCO in Paris übermittelt.

Das Prüfverfahren seitens der UNESCO ist ab 1. Februar 2015 vorgesehen und beginnt mit der Sichtung und Auswertung der Unterlagen. Im Herbst 2015 werden internationale Gutachter die Welterberegion bereisen  und anschließend eine Empfehlung an das Welterbekomitee der UNESCO formulieren.

Die Entscheidung zum Welterbeantrag „Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří“ fällt im Sommer 2016 auf der 40. Sitzung des Welterbekomitees.


3. Nominierte Bestandteile im sächsisch-tschechischen Welterbeantrag

Insgesamt wurden 85 Bestandteile ausgewählt, die die historischen Bergbau- und Montanlandschaften des sächsischen und böhmischen Erzgebirges repräsentieren. 79 Bestandteile befinden sich auf sächsischer, sechs auf tschechischer Seite. Bestandteile sind inhaltlich, historisch und territorial unmittelbar zusammenhängende Objekte bzw. Ensembles. Sie wurden in einem mehrstufigen Beteiligungsverfahren mit den betroffenen Kommunen bzw. Objekteigentümern vor Ort ausgewählt und verdeutlichen den prägenden Einfluss der jahrhundertelangen Bergbauaktivitäten auf die Entwicklung von Landschaft, Kultur und Gesellschaft. Die 79 sächsischen Bestandteile können 39 regionalen Elementen zugeordnet werden.

Drei bestimmende Hauptmerkmale charakterisieren die nominierten Bestandteile spezifisch: die außergewöhnliche Rohstoffvielfalt, die zeitliche Dimension von über 800 Jahren Bergbau und die große Bandbreite an montanen, industriellen und kulturellen Sachzeugen sowie die damit verbundenen kulturellen Werten und Facetten.

Zu den Bestandteilen gehören herausragende Beispiele von Bergbaulandschaften einschließlich Flora und Fauna, über- und untertägige Anlagen (u.a. Stolln, Hammerwerke, Fördergerüste, Pochwerke), Bergstädte sowie Bergsiedlungen mit ihren bedeutenden sozialen, industriellen, kulturellen und wissenschaftlichen Aspekten, aber auch Einzeldenkmale, Gebäudegruppen oder lineare Strukturen (Kunst- bzw. Floßgräben).


4. Die 7 Facetten der „Montanen Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří“

Der 800-jährige Bergbau im Erzgebirge hat bis heute zahlreiche Montandenkmale hervorgebracht. Neben der Landschaft wurden aber auch die Architektur, Kunst, Kultur sowie Wirtschaft, Politik und Gesellschaft entscheidend vom erzgebirgischen Bergbau geprägt. Diese nachhaltige Prägung einer ganzen Region durch das Montanwesen ist bis heute an einer Vielzahl historischer Sachzeugen sowie landschaftlicher, kultureller und wirtschaftlicher Merkmale abzulesen.

Die montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoři unterscheidet sich durch diesen Facettenreichtum an materiellen und immateriellen Gütern und Werten auf einzigartige Weise von anderen industriellen Kulturlandschaften in Deutschland und der Welt.

Die 7 Facetten:

  • Über- und untertägige Montandenkmale
  • Bergbaulandschaften mit Flora und Fauna
  • Bergbaufolgeindustrie und -gewerbe
  • Bergstädte, Siedlungen und Baudenkmale
  • Kunst, Musik und Literatur
  • Volkskunst, Brauchtum und Kunsthandwerk
  • Bildung, Wissenschaft und Landespolitik


5. Beschreibung der Elemente der Stadt Brand-Erbisdorf

Element 4 „Bergbaulandschaft Brand-Erbisdorf“
Element Bergbaulandschaft Brand-Erbisdorf (3 Bestandteile)

  • Bestandteil 10 – Alte Mordgrube Fundgrube mit Junger Mordgrube Stehender:
    Halde, Huthaus, Bethaus, Bergschmiede, Kaue, Treibehaus, Kohlehaus, Röschenmundloch und Erzbahnmundloch, Erzbahndamm, Wassersäulenmaschine, Haldenzug

  • Bestandteil 11 – Bergbaulandschaft Goldbachtal:
    Einigkeit Fundgrube, Thelersberger Stolln, Haldenlandschaft

  • Bestandteil 12 – Elitewerke

Die Bergbaulandschaft Brand-Erbisdorf steht für die Gewinnung und Aufbereitung von Silbererzen im mittleren Erzgebirge. Das Gebiet in dem unmittelbar nach Freiberg der Bergbau aufkam, entwickelte sich ab dem 15. Jahrhundert zum wichtigsten Abbaugebiet im Freiberger Revier. Die ausgewählten Bergwerke mit ihren Tagesgebäuden stehen repräsentativ für die Vielzahl der hier betriebenen Bergwerke ab dem 16. Jahrhundert. Der Thelersberger Stolln mit seinen mehr als 50 km langen Auffahrungen steht für die außergewöhnliche Leistung der erzgebirgischen Bergleute. Er bildete die Voraussetzung für den Einbau bedeutender Wasserhaltung- und Fördertechnik seit dem 16. Jahrhundert. Der Verwaltungsbau der ehemaligen Elite-Automobilwerke repräsentiert die im Rahmen staatlicher Fördermaßnahmen nach der Schließung der Bergwerke ab 1913 angesiedelte Bergbaufolgeindustrie.


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Element 11 „Bergmännisches Wasserwirtschaftssystem Freiberg“

Bergmännisches Wasserwirtschaftssystem Freiberg (2 Bestandteile)

  • Bestandteil 21 – Rothschönberger Stolln

  • Bestandteil 22 – Aktive Revierwasserlaufanstalt Freiberg/RWA:
    Objekte auf Brand-Erbisdorfer Flur:
    Erzengler Teich, Rothbächer Teich, Mendenschachter Aufschlagrösche, Müdisdorfer Hauptrösche, Müdisdorfer Rösche, Verbindungsrösche, Hohbirker Kunstgraben, Kohlbach Kunstgraben

Bei der Aktiven Revierwasserlaufanstalt handelt es sich um eines der größten und bedeutendsten Wasserwirtschaftssysteme Europas. Die heute noch erhaltenen Anlagen repräsentieren die Entwicklung eines montanen Energieversorgungssystems vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Historisch dienten die Anlagen der Revierwasserlaufanstalt dem Freiberger Montanwesen zur Zuführung von Aufschlagwasser zum Antrieb der Wasserkraftmaschinen des Bergbaus, der Aufbereitungsanlagen und Schmelzhütten. Gegenwärtig wird das aus Kunstgräben, Röschen und Teichen bestehende Verbundsystem zur Trink- und Brauchwasserbereitstellung sowie zum Hochwasserschutz verwendet.


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Die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe











 

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Tel.: 03 73 22 / 3 20
Fax: 03 73 22 / 3 23 41
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